GEMA für DJs: Was ihr zahlen müsst

GEMA für DJs: Was ihr zahlen müsst

GEMA und DJ – ein leidiges Thema. Die Gesellschaft schützt das Urheberrecht von Komponisten und Textern und regelt nicht nur die Vervielfältigung, sondern auch die öffentliche Wiedergabe von Musik. Was ihr als DJs darüber wissen müsst, erfahrt ihr bei uns.

Was macht die GEMA?

Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) ist ein Zusammenschluss von Künstlern aus dem Musik- und Textspektrum in Deutschland. Sie dient dazu, die Urheberrechte vor allem in Zeiten der Online-Verbreitung von Inhalten zu sichern. Außerdem vertritt die GEMA auch einige Schwester-Gesellschaften aus dem Ausland und schützt damit das Copyright von Musikern aus der ganzen Welt.

Wann muss ein DJ der GEMA Abgaben zahlen?

Ein professioneller DJ muss der GEMA dann etwas zahlen, wenn er in Clubs oder auf öffentlichen Veranstaltungen fremde Musikstücke wiedergibt. Dabei kommt es darauf an, dass der DJ der „Veranstalter der Wiedergabe“ ist.

Auch wenn man für einen Gig, also zur öffentlichen Wiedergabe, Musikstücke auf Datenträgern vervielfältigt, muss man als DJ Lizenz-Kosten zahlen.

Diese Gebühr ist auf eine Regelung vom 1. April 2014 zurückzuführen. Seitdem müssen DJs jedes einzelne (!) Musikstück, das sie verwenden, selbst lizenzieren. Vorher waren Clubbetreiber oder Partyveranstalter für die Lizenzierung verantwortlich.

Jetzt müsst ihr jeden Track und jeden zur öffentlichen Wiedergabe kopierten Datenträger bei der Bezirksdirektion in eurem Wohnort anmelden.

Was kostet die GEMA-Lizenz?

Für einen DJ richtet sich die Höhe der GEMA-Gebühren nach den Vergütungssätzen VR-Ö.

Aktuell liegt die Gebühr für jede Sicherheitskopie bei 125 € pro Datenträger, die Anzahl der Tracks darauf spielt allerdings keine Rolle.

Backups von Audiodateien, die nur zur Sicherung und für den privaten Gebrauch genutzt werden, sind bislang kostenlos.

Wer also nur mit gekauften CDs und Schalplatten arbeitet, hat sich zumindest die Vervielfältigungsgebühr gespart.

Was ist mit eigenen Remixes?

Habt ihr einen Mix erstellt und wollt diesen als Audio-Datei oder CD veröffentlichen oder verkaufen, müsst ihr vorab einige rechtliche Fragen klären.

  1. Wendet euch an den Komponisten bzw. den Musikverlag und holt euch eine Genehmigung zur Veränderung seines Werkes.
  2. Wenn ihr bei einem Mix Aufnahmen von CDs oder Vinyl nutzt, müsst ihr auch die Hersteller dieser Tonträger, d. h. die Plattenfirmen, um Erlaubnis für die Nutzung der Aufnahme fragen. Habt ihr das abgeklärt und euren Mix kreiert, könnt ihr diesen als DJ selbst als urheberrechtlich geschütztes Werk bei der GEMA anmelden. Dafür müsst ihr allerdings GEMA-Mitglied werden. Ihr bekommt dann anteilige Tantiemen, wenn euer Werk von einer anderen Person oder Institution öffentlich wiedergegeben wird. Der Rest geht in die Kasse der GEMA und an den Komponisten. Wenn ihr aber einen vollständig eigenen Track komponiert habt, bekommt ihr natürlich den kompletten Urheberanteil, die GEMA behält aber ihren Teil nach wie vor.



Öffentliche vs. private Party

Die o. g. Angaben gelten für die Wiedergabe von Musikwerken auf öffentlichen Veranstaltungen. Private Partys sind davon nicht betroffen. Wo privat aufhört und öffentlich anfängt, hat die GEMA in einer reichlich komplizierten Klausel formuliert. Quintessenz: Privates Musikhören liegt dann vor, wenn alle beteiligten Personen mehr oder weniger befreundet oder verwandt sind. Beispiel: Eine Geburtstagsparty zu Hause ist privat, eine betriebliche Weihnachtsfeier ist es nicht.

Dass die Grauzone riesig ist, ist klar. Was ist mit Musik auf Verlobungs- und Hochzeitsfeiern? Was ist, wenn du als DJ auf einer Geburtstagsfeier auflegst, auf denen eben nicht alle Gäste miteinander befreundet sind? Was ist mit Feiern im kleinen Familienkreis, aber in öffentlicher Location, wo z. B. auch der Kellner etwas von der Musik mitbekommt?

Und noch eine ganz andere Frage stellt sich angesichts des Lizenz-Wirrwarrs: Wie sieht für den DJ die GEMA-Kontrolle dahingehend aus, wer welchen Track angemeldet hat? Bei der riesen Anzahl an DJs und noch tausendmal größeren Anzahl an Tracks ein schwieriges, wenn nicht gar unmögliches Unterfangen.

Auf diese Fragen können auch wir leider keine absolut geltenden Antworten geben. Wendet euch bei Unsicherheiten an die GEMA in eurer Bezirksdirektion – die weiß am besten Bescheid.

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9 Kommentare
  1. mm

    …an der GEMA kommt keiner vorbei…außer Rummenigge !!!
    wer also nicht ausschließlich und nachweislich nur mit originalen (auch downloads, aber halt nur als einzige datei) arbeitet, der sollte sich anmelden und in den sauren apfel beißen. die kosten halten sich ja in grenzen. grüße

  2. mm

    Um allen Schwierigkeiten mit der GEMA aus dem Wege zu gehen, habe ich mich angemeldet und die Erst- sowie die Folgegebühr bezahlt. Die GEMA hatte mich anscheinend im Internet gefunden , sie hat mich danach angeschrieben. Wer regelmäßig professionell Musik auflegt, sollte denselben Weg gehen. Die Jahresgebühr von 55 € ist zu verschmerzen. Mit der heutigen Informationstechnik ist es meiner Meinung nach schwierig, eine regelmäßige Tätigkeit als DJ geheim zu halten. Auch an anderer Stelle ist schon soviel herausgekommen (s. Steuer-CDs), was man früher nicht für möglich gehalten hätte. Wenn jemand erwischt wird, kann’s teuer werden. Auch sollte man nicht vergessen, dass sich die GEMA evtl. ans Finanzamt wendet…

  3. mm

    Hier fehlt noch der Edit Modus zum korregieren von Rechtschreibfehlern 😉

  4. mm

    Hi,

    wenn ich das richtig aus der Gema Anmeldung lese muss ich meine Werke aber zuerst mit der (noch) 175€ Pauschale lizensieren falls noch nicht geschehen.
    Die 125,- fallen erst an, wenn ich nach nem Crash mein Backup überspiele, richtig?
    Zu dem kommt dann zukünftig jedes Jahr die neuen Tracks mit 0,13 € dazu oder halt eine Pauschale von 55,-€ je 500 Titel.

    Also wenn ein neuer DJ seine Sammlung für 175,- € erstmalig und einer Pauschale 500 Titel 55,-€ jährlich ( oder mehr) lizensiert ist er doch gut dabei.

    https://www.gema.de/fileadmin/user_upload/Musiknutzer/Formulare/Formulare_aida/fragebogen_discjockeys.pdf

    Grüße
    Andi aka DJ Ampired

  5. mm

    Liebe Leute,
    meine Meinung dazu ist:

    Bitte alle anmelden! Nicht nur die Künstler danken es Euch. Die Beiträge sind ja auch schnell wieder eingespielt.

    Mister FunJay

  6. mm

    Meines Wissens zählen bei i Tunes gekaufte Dateien als Originale , aber es reicht schon, wenn du die Songs in ein anderes Format konvertierst, z. Bsp von aac in mp3 oder umgekehrt und dann wäre das gemapflichtig. Ebenso das Backup, was ja eh jeder macht, also besser anmelden.

  7. mm

    Hi,Everyone! Was ist eigentlich mit den Tracks,die bei ITUNES oder BEATPORT gekauft werden? Wie wird damit umgegangen..? Zählen die wie originale CD’s oder Vinyl ? Please Contact Your Local GEMA Dealer…OMG

  8. mm

    Zum Thema Öffentlichkeit wurde das hier stark vereinfacht, die GEMA macht folgende Vorgaben: „“Nach dem Urheberrechtsgesetz § 15 (3) UrhG ist die Wiedergabe eines Werks öffentlich, wenn sie für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt ist. Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist. Ob eine Musikwiedergabe öffentlich ist, hängt also vom Personenkreis ab, der an einer Veranstaltung mit Musikdarbietung teilnimmt: Nur wenn zwischen allen anwesenden Personen eine wechselseitige persönliche Beziehung besteht (z.B. innerhalb der Familie) oder alle eine solche zum Veranstalter haben, ist ausnahmsweise die Öffentlichkeit zu verneinen. Der Begriff der Öffentlichkeit ist demzufolge nach dem Urheberrechtsgesetz sehr weit gefasst.
    Grundsätzlich gilt: je größer die Teilnehmerzahl einer Veranstaltung, desto mehr spricht für die Öffentlichkeit dieser Veranstaltung, da bei einem großen Personenkreis alle Beteiligten untereinander gar nicht persönlich miteinander verbunden sein können. Aber gerade diese „persönliche Verbundenheit“ ist das herausragende Kriterium, das vor dem Gesetz darüber entscheidet, ob eine Veranstaltung öffentlich ist oder nicht.“ (Quelle: GEMA https://www.gema.de/faq/musiknutzung/ )“
    Ob eine Weihnachtsfeier nun als öffentliche Veranstaltung gewertet werden muss, ist sicher ein Punkt, über welchen man streiten kann, denn eine persönliche Beziehung aller Personen zum Arbeitgeber ist in oftmals gegeben.
    Dem DJ sei generell empfohlen, seine Kopien gem. VR-Ö zu lizensieren, damit ist dieser aus dem Schneider, die ansonsten anfallenden GEMA-Gebühren für das Abspielen in der Öffentlichkeit muss der Veranstalter zahlen.

  9. mm

    Hallo zusammen. So sieht es aus. Ist nichts mehr hinzuzufügen. Nächste Abbunchung vom Konto von der Gema kam heute erst mit der Post. Wird am 01.12. wieder fällig. 🙂

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