Gehörschutz für DJs: Tipps gegen Tinnitus!

Gehörschutz für DJs: Tipps gegen Tinnitus!

Mal ehrlich: DJ ist ein ziemlich cooler Job. Aber auch ein echt lauter. Damit ihr jahrzehntelang mit intaktem Gehör und ohne Tinnitus von Club zu Party ziehen könnt, solltet ihr ein paar einfache Schutzmaßnahmen ergreifen.

Aufpassen: Wie laut ist es wirklich?

Nach permanenter Beschallung nimmt man irgendwann nicht mehr wahr, wie hoch die Lautstärke wirklich ist. Vor allem, wenn man schon ein paar Bier intus hat, erscheint Musik häufig viel leiser als sie eigentlich ist. Deshalb: Wenig Alkohol gleich mehr Hörschutz.

Mit einem externen Dezibel-Messgerät könnt ihr die Lautstärke zusätzlich kontrollieren. Wieviel dB nötig sind, hängt natürlich von der Akustik im Raum ab. Eine grobe Faustregel, die ein DJ auf djtechtools.com empfiehlt, lautet:

  • 100 dB bei Open-Air-Partys
  • 103 dB in Clubs mit niedriger Decke
  • 106 dB in Locations mit sehr schlechter Akustik

Zwischen den Mixes solltet ihr auf 90 dB runterdrehen. Das ist völlig ausreichend für normales Hören.

Geräte für Gehörschutz

DJs investieren viel Geld in ihr Equipment, lassen den Hörschutz dabei aber oft außer Acht. Es geht aber nicht nur um eure Gesundheit: Euer Gehör ist euer Kapital. Wenn dieses nicht mehr vollständig funktioniert, ist das beruflich ein größerer Verlust als wenn ihr euer Mischpult oder eure Plattensammlung verliert. Also: Spart nicht an der falschen Stelle und investiert zuallererst in Maßnahmen, die euer Gehör schützen.

Gute Kopfhörer

Legt euch die besten zu, die ihr finden könnt. Hoher Außengeräusch-Schutz ist dabei das Wichtigste. Hier findet ihr eine Übersicht über die besten DJ-Kopfhörer.

Hörschutz-Systeme

Normale Ohrstöpsel sieht man heute in jeder Disko, auch unter den Gästen.
Gut und preiswert sind z.B. die Hansaplast Ohrstöpsel.

Auf Dauer bieten solche Ohrstöpsel für einen DJ aber nicht genug Geräuschisolation.

Besser geeignet sind Universal-Systeme extra für Musiker. Die Lärmstopp-Stöpsel sind aus Silikon und können mit dämpfenden Filtern individuell angepasst werden. Der Filtergrad hängt auch vom Produkt ab. Gute Ergebnisse in dieser Rubrik erzielt z.B. der Alpine MusicSafe Pro Gehörschutz.

Mehr Infos zu den richtigen Earplugs für DJs gibt’s in diesem Video von DJcityTV:

Die im Video erwähnten Earplugs könnt ihr hier kaufen:

Für optimalen Schutz müsst ihr allerdings mehr investieren und euch eine so genannte Gehörschutz-Otloplastik holen. Dies bezeichnet ein Gehörschutzgerät, das genau an eure Ohren angepasst wird. Eine Otloplastik bekommt ihr beim Akustiker. Dieser misst eure beiden Ohren genau ab, setzt mit euch den Filtergrad nach dB fest und stellt dann maßgefertigte Stöpsel für jedes Ohr her. Klar, dass dieser Aufwand einiges kostet (unter 100 € kommt ihr kaum weg). Aber auf lange Sicht ist das die beste Investition für euren DJ-Job und eure Gesundheit.


Sonstige Tipps

Gönnt euren Ohren eine Pause. Auch wer hauptberuflich DJ ist, sollte auf keinen Fall jeden Tag auf Partys an den Turntables stehen. Mindestens ein Tag sollte zwischen euren Gigs liegen.

Setzt euch auch zeitlich Grenzen: 5 Stunden Non-stop-Deejaying ist auf Dauer zu viel für eure Ohren. Sets zwischen 30 Minuten und einer Stunde verursachen (bei Beachtung der weiteren Tipps) in der Regel keine Gehörschäden.



Tipps für DJs, die an einem Tinnitus leiden

Das Risiko an einem Tinnitus zu erkranken, erhöht sich, wenn man über einem längeren Zeitraum einen Geräuschpegel von mindestens 70 dB ausgesetzt ist. Daher ist Tinnitus ein weitverbreitetes Problem unter DJs. Das „Fiepen“ im Ohr ist bei unzureichendem Schutz am Tag nach der Party vorprogrammiert. Wenn sich der Tinnitus über einen längeren Zeitraum manifestiert, ist das jedoch nicht nur ein Problem für die Ohren, sondern kann auch psychisch belasten. Zwar gibt es nicht die eine, nachgewiesene Therapie. Aber Tinnitus-Patienten haben viele Behandlungsmöglichkeiten, die zur Linderung beitragen.

Die Tinnitus-Retraining-Therapie setzt sich aus akustischer Simulation und verhaltenstherapeutischen Ansätzen (z. B. Stressbewältigung) zusammen.

Auch Physiotherapie oder verschiedene Gehirnstimulationsverfahren wurden schon erfolgreich angewandt.

Es gibt zudem etliche Naturheilverfahren und auch medizinische Behandlungsverfahren aus der Schulmedizin. Entspannungstechniken und Ablenkung durch leise Musik können ebenso helfen.

Für an Tinnitus erkrankte DJs empfiehlt weltklassejungs.de allgemein: Fahrt einen Gang runter. Besorgt euch so schnell wie möglich individuell angepassten Gehörschutz für eure Gigs und beachtet alle anderen Tipps zur Prävention. So verhindert ihr, dass der Tinnitus sich verschlimmert. Und – da der Tinnitus oft eine Mischung aus starker Schallbelastung und Stress ist – gönnt euch genug Auszeiten. Ein längerer Urlaub in Ruhe und Entspannung wirkt manchmal Wunder.

Titelbild: © Perry - Dollar Photo Club
7 Kommentare
  1. mm

    Der beste Gehörschutz ist einfach nicht zu laut zu spielen… Ich als reiner Hochzeits- und Privatparties-DJ habe nur zwei Lautstärken: gerade noch erkennbar laut bei Hintergrundmusik und angenehm laut bei den anschließenden Tanzrunden. Ich spiel auch nicht dauernd am Lautstärkeregler rum, höchstens mal am Bassregler, wenn’s zu bassig wird. Ich hatte nie Probleme, weder persönlich mit meinem Gehör noch mit den Kunden wegen zu lauter Musik.
    Ich habe grundsätzlich ein Problem mit Gehörschutz (bin auch live-Musiker…). Wenn es so laut wird, daß es gefährlich wird, sollte man aufhören oder gehen oder leiser drehen. Ich kann nicht verstehen, weshalb alles so laut sein muß. Musik macht man mit den Ohren (nicht mit dem Bauch…) und deshalb ist es für mich unverständlich, weshalb man in die etwas stopfen muß. Das ist wie Lesen mit Sonnenbrille im Dunkeln.

  2. mm

    Ja, leider setzen viele die Prioritäten falsch – lieber ein neuer Mixer als ein vernünftiger Gehörschutz. Ich arbeite ja nicht nur als Hochzeits-DJ, sondern auch in Clubs und Discotheken in Hessen und Thüringen. Insgesamt finde ich, ist die Lautstärke etwas weniger geworden. Allerdings liegt das eher am Sparwahn der Läden. Immer kleinere und günstigere PA-Systeme können einfach nicht so laut, wie die Membranpanzer der 90ziger. Nichts desto trotz reden wir um Schnitt von ca. 100db. Meine Kollegen sind durch die Bank weg alle halb taub. Man muss mit der Generation 50+ schon fast wie mit einem 85 jährigen Rentner sprechen. Die empfinden das aber als völlig normal.

    Ich hab viele Systeme zum Schutz getestet – alle haben eine großes Manko. Moderieren damit ist immer beschissen! Man hört sich einfach zu laut selbst. Physikalisch lässt sich das wohl nicht anders lösen, aber es stört den Höreindruck gewaltig. Ebenso werden die Höhen mehr gefiltert, als Mitten und Bässen. Auch das stört auf Dauer. Trotzdem habe ich jetzt ein Gehörschutz-Otloplastik vom Akustiker gekauft. 9db Filter sind grenzwertig zum arbeiten. Ein höherer Filter nimmt mir zu viele Details vom Mixen und verstärken den negativen „ich höre mich selbst so laut“ Moderationseffekt weiter. 15db wurden empfohlen, ist mir aber zu viel. 150€ muss man allerdings für sowas investieren. Im Vergleich zu überteuerten Pioneerprodukten sicher vertretbar.

  3. mm

    Aus eigener Erfahrung rate ich dazu, bei Verdacht auf Tinnitus s o f o r t einen Ohrenarzt zu konsultieren. Dieser wird vermutlich zunächst eine tägliche Infusion (über 5 – 10 Tage hinweg) verordnen. Diese soll zu einer besseren Durchblutung des Innenohrs beitragen. Je kürzer die Zeit zwischen Auftreten und erster Behandlung ist, desto größer sind die Chancen auf Heilung! Tinnitus kann unbehandelt richtig krank machen, da das permanente Geräusch vor allem zu psychischen Schäden führt. Erfolgreiche Auftritte sind dann vermutlich nicht mehr möglich!

  4. Hallo liebe Kollegen, an der Stelle möchte ich meinen Senf einmal dazu geben, ich selbst habe inzwischen einen angepassten Gehörschutz mit einem Filter welcher -10dB killt. Die sitzen prima, so das ich sogar schon ausersehen damit schlafen ging… Gekostet haben mich die guten Dinger 150€ im Hörgeräteladen. Das anpassen war etwas unangenehm aber auszuhalten. Und da wir das ganze ja komplett von der Steuer absetzen können, sollte uns dies tatsächlich wert sein.

    Dennoch sollten wir auch an unsere Gäste denken, denn wir haben mit unserm Pegel auch die Verantwortung für das Gehör unserer Gäste. Also bleibt in einem angenehmen Bereich…

  5. Hi

    Ich unterstütze absolut den Gehörschutz. Bereits aus geschulter Sicht ist mir klar das ein Gehörschutz und eine durch Messungen überwachte Veranstaltung selbstverständlich ist. Das trifft nicht auf jeden DJ zu. Daher unterstütze ich Kampagnen wie den Internationaler Noise Awareness Day. Dieser Tag steht im Zeichen des Lärms.

    Zum Thema Gehörschutz möchte ich hier die preisgünstigste und auch schnellste Lösung kurz vorstelle. Ich selbst nutze von Alpine den MusicSafe Pro Gehörschutz in Schwarz. Dieser kommt im Lieferumfang mit 3 verschiedene Filter und ist so sehr schön anpassbar. Auch kann der Gehörschutz durch beschneiden perfekt an dein Gehör angepasst werden. Die Farbe Schwarz lässt diesen in deinem Gehör und bei Nacht fast vollständig unsichtbar werden. Top!!

    Damit möchte ich keine Werbung machen. Ich selbst nutze diesen Schutz seit 2 Jahren und bin vom Tragekomfort echt überzeugt. Wenn man das Preis/Leistung Verhältnis betrachtet. Natürlich geht es besser, mit angepassten Schutz. Sollte auf Dauer auch eine alternative sein.

    Grundsätzlich ist ein Gehörschutz Pflicht und sollte für jeden der sich Lärm aussetzt keine Frage sein. Und, ich weiß, dass unsere Musik auf einer Party nicht als Lärm gesehen wird:-) Aber als DJ der gut und gerne mal 10 Stunden neben seiner PA steht, ist es doch keine Frage ob er ein Gehörschutz trägt.

    Wie seht ihr das?

  6. Im laufe des Abends steigt die Lautstärke, meistens aber nur für kurze Zeit, und mann muss höllisch aufpassen das man sich den druck der Gäste (Lauter-Lauter) nicht aufzwingen Läst.

  7. mm

    Ein gewisses Maß an Lautstärke ist für jede Tanzveranstaltung extrem wichtig! Allerdings kann man es da auch schnell übertreiben. Denn nach dem Motto: „Je lauter desto besser“ bedeutet nicht zugleich, dass die Stimmung steigt. Die Tanzfläche zum Beben zu bringen, erledigt der DJ nämlich mit der geschickten Titelauswahl und nicht mit dem Lautstärkeregler.

    Mister FunJay

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