Das musst du als DJane beachten: die 6 größten Unterschiede zu DJs

Das musst du als DJane beachten: die 6 größten Unterschiede zu DJs

Begibt man sich auf die Suche nach Anleitungen für die Laufbahn zum DJ, wird man im Netz schnell fündig. Es gibt Schritt-für-Schritt Listen und sogar Online-Kurse wie werde-dj.de. Auch in unserem Blog findet ihr nützliche Tipps zu DJ-Technik, DJ-Equipment, wichtigen Grundfähigkeiten, Vermarktung und allem, was man wissen muss, um die Karriere zum DJ zu fördern. Aber was muss eigentlich „frau“ wissen, wenn sie DJ bzw. DJane werden möchte? Und wieso gibt es bisher keine spezielle Anleitung für den Weg zum weiblichen DJ?

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Leidenschaft und Interesse für Musik, ein Gespür für Stimmungen, das Erlernen des Handwerks, das Aneignen von technischem Knowhow und sich dabei ordentlich ins Zeug legen: Bei keiner dieser Anforderungen gibt es zwischen Männern und Frauen Unterschiede. Bei den grundlegenden Voraussetzungen lohnt es sich also nicht, für uns Frauen eine separate Liste aufzusetzen. Denn das Talent und die Liebe zur Musik bringen wir genau so mit wie die Männer. Bedarf es denn darüber hinaus keiner DJ-Tipps speziell für Frauen? Doch, denn es gibt eben doch ein paar feine Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen DJs. Im Folgenden zeige ich euch, an welchen Stellen es für DJanes anders läuft und wie ihr ganz locker damit umgeht. Meinen Artikel dazu, ob DJanes anderes Equipment brauchen als DJs, findet ihr hier. Mehr zum Thema ‘weibliche DJs’ findet ihr in unserer Artikelreihe über DJanes.

Was läuft anders für uns DJanes und was müssen wir beachten?

1. Traut euch, probiert es aus. Fördert euch selbst und habt keine Angst, Fragen zu stellen. Lasst euch nicht abschrecken und vertraut auf euer Talent.

Ein Unterschied ist, dass Männer einfacher als Frauen mit dem DJing in Berührung kommen. Es ist eben eine männlich dominierte Sparte, also für Frauen eher unüblich. Junge Männer haben daher auch eine größere Auswahl an Vorbildern, die ihnen den Zugang zum DJing eröffnen. Sie trauen sich eher zu es auszuprobieren und wagen es, sich Karrierechancen als DJs auszurechnen. Dieses Bild setzt sich auch bei den Mädchen fest. Für die meisten gilt DJing als Männergebiet und viele kommen so gar nicht auf die Idee, es zu versuchen. Das heißt, dass erst einmal von Frauen mehr Eigeninitiative und Überwindung gefragt ist, um sich in diesen etablierten „Männersport“ einzuklinken. Oft wird einer Frau von der Umgebung das Gefühl vermittelt, dass ihre Ambitionen in solch eine Richtung kaum ernst zu nehmen seien. So bleiben sicher viele Talente unentdeckt.

2. Lasst euch von Vorurteilen nicht einschüchtern. Seid selbstbewusst und stolz und verfolgt eure Ziele. Lasst euch nicht provozieren, aber lasst euch auch nichts gefallen.

Und hier haben wir auch schon den zweiten Unterschied in der DJ-Laufbahn von Frauen: Als weiblicher DJ ist man eine von wenigen. Das heißt, man wird zunächst einmal stärker zu Kenntnis genommen. Das klingt, als läge darin ein Vorteil. Aber aus diesem Grund wird uns Frauen um so kritischer auf die Finger geschaut. Wenn das Publikum voreingenommen ist, dann sogar in der Erwartung, dass unsere Fähigkeiten nicht so ausgebildet seien wie bei den Jungs. So stehen wir immer wieder unter dem Druck, uns selbst und auch unsere Kolleginnen gut zu repräsentieren. Jeder Auftritt ist ein Versuch zu beweisen, dass die Fertigkeiten eines DJs nicht von dessen Geschlecht abhängen – genauso wenig wie von seinem Alter. Und wenn mal ein Übergang nicht sitzt oder ein Set nicht gut läuft, wollen einige das vielleicht als weibliches Versagen sehen, während es bei männlichen Kollegen auch einfach als Ausrutscher durchgehen kann.

Einige von uns haben diese Vorurteile auch während der Gigs schon zu spüren bekommen. Sprüche wie: „Für eine Frau nicht schlecht“ möchte man gerne mit körperlicher Gewalt erwidern. Das aber müssen wir uns anstandshalber und unserer Karriere zuliebe verkneifen. Für solche Gelegenheiten ist es aber gut, sich sachlich dazu zu äußern, ohne ausfallend zu werden. Gefallen lassen sollte man sich so etwas nicht. Behaltet dabei aber im Hinterkopf, wohin die Provokation beschränkter Menschen führen kann und wann es besser ist, jemanden zu ignorieren.

3. Ergreift die Initiative. Ihr könnt auf Booker oder Veranstalter zugehen und es offen ansprechen, wenn ihr der Meinung seid, dass sie mehr Frauen auftreten lassen sollten. Ihr könnt auch eigene Events veranstalten, wenn ihr zunächst noch nicht genug Gigs bekommt. Dabei könnt ihr andere DJanes in eurer Umgebung fördern.

Wenn ihr schon im fortgeschrittenen DJane-Modus seid und endlich in Clubs Fuß fassen wollt, muss euch bewusst sein, dass sie oft in eingeschworenen Männerkreisen funktionieren, zu denen man als Frau nur schwer Zugang bekommt. Das gilt auch für die Booker, die die Gigs oft innerhalb ihrer männlichen Kontakte vergeben, weil diese eben über Freunde und Bekannte vernetzt sind. In diesen Fällen muss man initiativ versuchen, die Clubs auf sich aufmerksam zu machen. Man kann versuchen, gezielt auf die Verantwortlichen zuzugehen und darauf hinzuweisen, dass es zuwenige Frauen im Programm gibt. Um sich professionell zu präsentieren, ist es von Vorteil, eine öffentliche Präsenz zu pflegen. Ein gut ausgebautes, aktuelles Profil bei weltklassejungs.de ist dafür ein guter Schritt. Wenn man eigene Sets spielt, sollte man diese auf einer der einschlägigen Seiten wie soundcloud oder mixcloud veröffentlichen.

Und wenn ihr am Anfang noch nicht für viele Events gebucht werdet, was ganz normal ist, könnt ihr damit starten, eigene zu organisieren. Wenn ihr weitere weibliche DJs kennt, könnt ihr versuchen, auch ihnen damit eine Plattform zu verschaffen. Es ist hilfreich, Kontakt zu anderen Frauen aus der Branche zu suchen und sich zu vernetzen. So kann man sich über Erfahrungen austauschen, voneinander lernen und sich gemeinsam weiterentwickeln. Das funktioniert natürlich auch im Netzwerk mit männlichen Kollegen.

4. Seid euch darüber bewusst, dass ihr euch selbst reduziert, wenn ihr eure Laufbahn überwiegend auf Äußerlichkeiten aufbaut. Sorgt dafür, dass ihr für eure Fähigkeiten respektiert werdet und nicht nur für gutes Aussehen.

Nun ein brenzliges Thema: Das altbekannte „Sex Sells“. Einige weibliche DJs machen sich die Tatsache zunutze, dass sie mit aufreizenden Auftritten in knapper Bekleidung den Unterhaltungwert für einen großen Teil des Publikums steigern können. Andererseits muss ihnen auch bewusst sein, dass sie auf diese Weise die Aufmerksamkeit von der Musik ablenken. Einige ziehen Profit aus ihrer Attraktivität und setzen sie als karrierefördernde Maßnahme für sich ein. So gerät die Musik leider häufig in den Hintergrund. Denn der männliche Zuhörer ist zu großen Teilen für die musikalische Qualität nicht mehr aufnahmefähig, wenn eine Frau gleichzeitig ihre Reize offen ausspielt. Bei einigen entsteht auf diese Weise der Eindruck, dass eine DJane nicht durch Können überzeugt, sondern nur durch gutes Aussehen. Selbst wenn sie über beides verfügt. Ein weiteres Problem: Auch andere DJanes werden auf Äußerlichkeiten reduziert, selbst wenn sie sich nicht bewusst auf diese Schiene begeben und sogar bemüht sind, auf eine seriöse Außendarstellung zu achten. Und wiederum andere haben das Gefühl, dass es sich für sie schwierig gestaltet, an Auftritte zu kommen, weil sie Oberflächlichkeiten ablehnen.

Als weibliche DJ sollte man sich die Frage stellen, ob man auf lange Sicht davon profitiert und den angemessenen Respekt entgegengebracht bekommt, wenn man sich überwiegend über die körperlichen Reize definiert. Gutes Aussehen ist ja nunmal keine Leistung und zudem auch noch vergänglich.

5. Ihr solltet für euch die richtige Umgebung und das richtige Publikum finden. Wenn es nicht passt, solltet ihr es nicht erzwingen.

Verschiedene Plattformen, Lokalitäten und Anlässe stellen mit ihrem speziellen Publikum unterschiedliche Anforderungen an eine DJane. In welchem Rahmen man am liebsten spielt und welche Ansprüche die Auftritte haben, lernt man mit der Zeit. Wichtig ist, dass man sich dem Publikum verbunden, sich gut aufgehoben und für seine Auftritte respektiert fühlt. Wenn die Gäste in der Ballermann-Kneipe die Musik also nicht annehmen, liegt es nicht immer an der eigenen Leistung. Dann passen die Vorstellungen vielleicht einfach nicht gut zusammen. So sollte man die Orte im Vorfeld kennenlernen, um zu entscheiden, ob man sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann.

6. Sobald ihr professionell unterwegs seid, verkauft euch nicht unter Wert. Fordert ein, was euch zusteht. Eure Gage sollte nicht geringer ausfallen als die männlicher DJs.

Und schließlich: Die Frage nach dem großen Geld. Zunächst freut sich wohl jeder DJ, wenn sich aus dem Hobby zum ersten Mal ein bezahlter Gig entwickelt. Da ist man auch schnell mit beinahe jeder Gage zufrieden. Aber nach und nach und gerade, wenn man abendfüllende Veranstaltungen mit Open-End begleitet und dabei sein eigenes Equipment zur Verfügung stellt, sollte man eine angemessene Vergütung einfordern. Es ist bekannt, dass beim Verdienst von Männern und Frauen ein Gefälle existiert. Im Jahr 2016 haben Frauen in Deutschland bei gleicher Ausbildung im Schnitt 5,5 % weniger Lohn erhalten als ihre männliche Kollegen. Man sollte als weiblicher DJ nicht zu bescheiden sein, sondern der Leistung entsprechend entlohnt werden.

DJanes noch stark in der Minderheit

Wie man es als weiblicher DJ richtig anstellt und dass Frauen unbestritten in der Lage sind, die Massen zum Tanzen zu bringen, zeigen in der elektonischen Musikwelt bereits bekannte Größen wie Ellen Alien, Miss Kittin, Nina Kraviz und Nicole Moudaber. Aber es fällt doch auf, dass weibliche DJs sehr stark unterrepräsentiert sind. Sogar wenn ihr die DJ-Profile hier bei uns auf weltklassejungs.de durchstöbert. Mädels, wo seid ihr? Auch wenn es der Name weltklassejungs 😉 nicht vermuten lässt, auch Mädels sind bei uns herzlich willkommen! Wir freuen uns über mehr Bewerbungen von DJanes! Laut “female:pressure”, dem Verzeichnis weiblicher Vertreterinnen in der elektronischen Musik, lag der Anteil weiblicher DJs in Elektroclubs im Jahr 2014 aber bei gerade mal 9 Prozent. Und auch in der von Resident Advisor veröffentlichten Liste der 100 „Best DJs“ sind aktuell nur 8 Frauen vertreten.

Man kann es also nicht oft genug betonen: Let’s go, girls!

Unter anderem diese DJanes bieten bereits auf weltklassejungs.de ihre DJ-Skills an:
DJane Katrin (Berlin)
Juliette (NRW)
Djane Leylah (NRW)
DJane PurePower (Hessen)
DJane Sonja (Bayern)

Welche Erfahrungen habt ihr als DJane gemacht?

Habt ihr weitere Tipps für weibliche DJs oder könnt ihr von ähnlichen Erfahrungen in der Branche berichten? Wir sind gespannt auf euren Kommentar.

Titelbild: © Kzenon / Adobe Stock
1 Kommentar
  1. mm

    Meiner Meinung nach, sollte es keine Unterschiede zwischen DJ und DJanes geben. Ich transportiere mein Equipment genauso wie meine männlichen Kollegen. Aber im Vergleich zu meinem Mann, der ebenfalls DJ ist, werde ich auf fast jeder Veranstaltung gefragt, ob ich Hilfe brauche. Sehr interessant ! Meinen Mann fragt keiner. Aber ich bin der Meinung, der Kunde muss mir nicht helfen, er hat dafür bezahlt, dass ich meinen Job ordentlich mache und dazu zählt auch der Auf- bzw. Abbau.
    Enttäuscht bin ich allerdings darüber, dass man als DJane tatsächlich erst einmal in eine Schublade gesteckt wird, in der man mit P.Hi..on und M. Schäf.. verglichen wird. Da werde ich innerlich zum “HB-Männchen”. Ich muss mich immer erst einmal irgendwie rechtfertigen, dass ich meine Leistung als DJane in der Vordergrund stellen möchte und nicht meinen Körper. Eigentlich muss es egal sein, wie man als DJane aussieht, das was wirklich zählt ist, wie man die Gäste zu “Höchstleistungen” auf der Tanzfläche bringt.
    Auch ich würde mich freuen, wenn ich noch ein paar mehr Kolleginnen zum Austausch bekommen könnte. Probiert es doch einfach mal aus. Es macht echt ganz viel Spass, besonders wenn man nach einem gelungenen GIG noch im Glücksrausch nach Hause geht.

    Liebe Grüße
    Eure DJane Pure Power

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