Tontechnik-Grundlagen, die jeder DJ beherrschen sollte

Tontechnik-Grundlagen, die jeder DJ beherrschen sollte

In diesem Artikel gibt DJ Maximus Einblick in seine Arbeit als Veranstaltungstechniker und erklärt, welche Stecker und Anschlüsse ihr als DJ kennen solltet, worin der Unterschied zwischen unsymmetrischer und symmetrischer Signalübertragung besteht, warum DJ-Mixer nicht gleich Mischpult ist und wie ihr das Leben eurer DJ-Technik entscheidend verlängern könnt.

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Welche Arten von Steckern und Anschlüssen begleiten uns als DJs?

Als DJs sind wir normalerweise auch für die richtige Verkabelung unserer Tontechnik zuständig. Die gängigsten Verkabelungssysteme bzw. Steckverbinder sind:

  • XLR -Klinke (TS-Jack oder TRS-Jack)
  • Chinch
  • Speakon

© DJ Maximus

Unsymmetrische Signalübertragung

Um einen Stromkreis zu schließen, sind immer zwei Adern erforderlich, quasi hin und zurück. Im Audio-Stromkreis wird die eine als Signal bezeichnet, die andere als Masse (Ground). In guten Kabeln für niedrige Spannungen ist die Masse in Form einer Abschirmung ausgebildet, die als Geflecht von Einzeldrähten um den mittleren Leiter herum angeordnet ist. Sie kann Einstreuungen durch elektrische Felder auffangen und ableiten, ohne dass das Signal im mittleren Leiter davon betroffen wird.

In der professionellen Audiotechnik ist die unsymmetrische Übertragung möglichst zu meiden bzw. so schnell wie möglich in eine symmetrische Leitungsführung zu übertragen. Zu den unsymmetrischen Steckverbindungen gehören die normale (Mono) Klinke und Chinch.

Symmetrische Signalübertragung

Hier wird einmal das übliche Signal (Hot) übertragen. Außerdem wird ein dazu phasengedreht symmetrisches Signal (Cold) übertragen. Es kommt also eine dritte Ader im Kabel dazu. Die Masse (Ground) fungiert weiter als Abschirmung. Falls nun eine Einstreuung durch die Abschirmung dringt, wird sie sich auf beide Signaladern (Hot+Cold) auswirken. Am symmetrischen Eingang wird das Cold-Signal in der Phase gedreht und zum Hot-Signal addiert. Da jetzt die Einstreuung einmal normal und einmal phasengedreht addiert wird, löscht sich die Störung aus.

Bei Verwendung einer symmetrischen Übertragung können Audiosignale verlustfrei bis 100 m zurücklegen. Zu den symmetrischen Übertragungen gehören XLR, Stereoklinken (6,3 mm, 3,5 mm, 4,5 mm) und Speakon XLR.

XLR

Die meiner Meinung nach wichtigste Verbindung für uns DJs ist XLR (Xternal Live Return). Diese sind sehr robust und verriegelbar und werden daher im professionellen Bereich und Live bevorzugt. Bei XLR-Kabeln ist die Verwendung von Kupplung (Weibchen, female) und Stecker (Männchen, male) üblich. Die Verbindung (Audio) geht dabei immer von Männchen zu Weibchen. Wenn man lange Kabel verlegt, sollte man darauf achten, mit dem richtigen Ende anzukommen!

Klinkenstecker

Genauso möglich ist die Verwendung von Klinkensteckern mit 3 Kontakten (TRS für Tip, Ring, Sleeve) für analoge Audioverbindungen. Hier entspricht der Schaft (Sleeve) der Masse, der Ring dem kalten (Cold = phasengedreht) und die Spitze (Tip) dem heißen Ende (Hot, Live).

Großer Nachteil des Klinkensteckers ist jedoch folgender: Beim Ein- oder Ausstecken ergibt sich jedes Mal ein Kurzschluss, da die Pole hintereinander liegen. Werden diese Kurzschlüsse hoch verstärkt (PA, Live), ist dies schädlich für die Lautsprecherboxen!

Adapter

Generell kann man jeden Audiostecker adaptieren und beispielsweise aus Klinke einen XLR oder Chinch Stecker machen. Man sollte trotzdem bedenken, dass zu viele Adaptierungen die Audioqualität negativ beeinflussen. Weiterhin wird aus einer Monoklinke keine symmetrische Übertragung, obwohl man diese auf XLR adaptiert hat. Die Adaptierung sollte nur als Notlösung dienen, um in jedem Fall Sound zu bekommen.

Unterschied zwischen DJ-Mixer und „normalem” Mischpult

Viele verwechseln DJ-Mixer und Mischpulte miteinander. Beide sind zwar dazu da, aus mehreren Signalen eins zu machen, aber dennoch unterscheiden sich diese voneinander. Ein DJ-Mixer hat im Gegensatz zu einem Mischpult einen Crossfader und meistens im Vergleich wenige Kanäle (2 bis 4), wogegen ein Mischpult meistens viele Kanäle aufweist (z. B. 16 bis 24), wo Mikrofone und Instrumente angeschlossen werden können. Beide haben eine Mastersektion, wo das Endsignal nach reguliert werden kann.

Unter den Mischpulten gibt es noch die Unterscheidung zwischen Inline-, Split- und Splintmischpult. Den Unterschied zwischen den Pulten zu erklären, würde allerdings den Rahmen meines Artikels sprengen.

Wie mache ich meine Anlage richtig an und aus?

Die Technik, mit der wir unsere Kunden begeistern, ist meistens sehr wertvoll und qualitativ hochwertig. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir behutsam mit ihr umgehen. Allein das richtige An- und Ausschalten unserer Technik kann ihr das Leben um lange Zeit verlängern. Dabei ist die Vorgehensweise sehr einfach:

  • Beim Anschalten: Quelle vor Ziel
  • Beim Ausschalten: Ziel vor Quelle

Das bedeutet, dass man beim Anschalten zuerst Mixer, Controller o. ä. anschaltet und danach die PA. Genau umgekehrt läuft es beim Ausschalten: Zuerst die Boxen und danach die DJ-Technik.

Fazit

Da wir als DJs doch immer wieder mit Tontechnik in Verbindung sind, finde ich es wichtig, ein paar grundlegende Dinge dazu zu wissen. Ich hoffe, ich konnte euch mit meinem Artikel ein wenig helfen und ein paar Dinge besser erklären. 🙂

Zu diesem Experten-Artikel von DJ Maximus könnt ihr gerne euer Feedback über die Kommentar-Funktion unten geben.

Titelbild: © DJ Maximus
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